Der Impfpass wird kein Reise-Freipass!

Das gute alte Impfbüchlein

Seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie wurde intensiv über Corona-Impfstoffe diskutiert – es wurde geforscht, gefördert und zur Überraschung Vieler wurde in einigen Nationen bereits vor dem Jahresende mit der Impfung von Risikpatienten begonnen. Europa will sämtliche impfwilligen Bürger bis Ende 2021 impfen und somit die Corona-Pandemie Schritt für Schritt in den Griff zu kriegen.

Was aber bedeuten die Impfungen für unsere Bewegungsfreiheit? Für die Reisemöglichkeiten ohne Tests und Quarantänen und somit der Auferstehung der Tourismuswirtschaft? Wird der Impfpass zum unentbehrlichen Reisedokument für alle Reisenden? Und was macht man mit den Nichtimpfern?

Man geht ja Stand heute allgemein davon aus, dass eine Corona-Impfung primär den Ausbruch der Krankheit unterdrückt. Das heisst, dass man sich sehr wohl anstecken und zum Virusträger werden kann, jedoch nicht an Covid-19 erkrankt. Man dürfte aber als Virusträger nach wie vor ansteckend sein und das Virus an Ungeimpfte weitergeben, und das ohne, dass ich dies als Virusträger bemerke, da aufgrund der Impfung symptomlos. Das ist schlecht, nein fürs Reisen sogar sehr schlecht!

Der Impfnachweis alleine macht mich als Besucher eines Landes also noch nicht wirklich weniger gefährlich, als bisher. Die Impfung wird im grenzüberschreitenden Verkehr leider nahezu nutzlos sein, solange das Zielland auf eine “Containment-Strategie” setzt, wie zBsp. Asien, Australien, Neuseeland, etc.

Es wird bis zum Erreichen einer gewissen Immunitätsrate an den Reisedestinationen also nach wie vor Tests, oder Quarantänen brauchen, damit Einschleppungen des Virus (inkl. neuer Mutationen) verhindert werden können. Die Corona-Tests werden uns daher im Tourismus noch 2-3 Jahre begleiten – dies bis an den Reisedestinationen eine gewisse Impfrate erreicht ist, die weite Teile der Bevölkerung vor der Krankheit schützt.

Es wird auch interessant zu beobachten sein, ob der momentan überall eingesetzte, teure und aufwändige PCR-Test weiterhin das Mass aller Dinge bleibt, denn mit den symptomlosen Ansteckungen, kombiniert mit den Lockerungen im Alltag, dürften die Infektionszahlen weiter in die Höhe schnellen und die Positivitätsrate drastisch steigen. Reisen als Gruppe oder Familie könnten deshalb schwierig werden, da laufend jemand kurz vor der Abreise (oder sogar im Zielland) mittels PCR positiv getestet werden wird. Grenzwerte zur Viruslast, oder speziell entwickelte Schnelltests könnten hier die Lösung sein und aufzeigen ob man momentan noch ansteckend ist, oder nicht.

Die unzähligen Initiativen in Bezug auf den Impfnachweis (IATA, WEF, WHO, Airlines) sind deshalb die falsche Stossrichtung, denn ob ein Reisender über einen Impfschutz verfügt, ist primär für den Reisenden selber relevant, da er vor einem Ausbruch der Krankheit geschützt ist. Der Impfnachweis gibt aber keine Auskunft darüber, ob ein Besucher das Virus (oder eine neue Mutation) in ein Land bringt. Viel wichtiger als das Thema Impfausweis ist darum die Entwicklung von internationalen Standards in Bezug auf Testing und Quarantänen im Reiseverkehr – inbesondere auch für bereits per PCR positiv getestete Reisende und der Akzeptanz von diversen Schnelltests. Das Thema wird uns (vorallem im Langstreckenbereich) noch eine Weile begleiten – also höchste Zeit, hier sehr bald eine Vereinheitlichung der Regeln anzustreben!

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